Ein Zeltburg auf Sansibar: Wie ein einziges Zelt 36 Leben veränderte

Ein Zeltpalast auf Sansibar

Von Hannah Rose-Wynter für Boutique Camping

Alleinreisen hat eine seltsame Art, einem zu zeigen, wer man wirklich ist – und gleichzeitig ist es der perfekte Rahmen, um sich selbst neu zu definieren. Da bei mir beides eine Rolle spielte, führte mich meine Reise bis nach Sansibar – und unerwarteterweise zu einer der bedeutungsvollsten Partnerschaften und Erfahrungen meines Lebens.

An Silvester – und frisch getrennt – reiste ich mit beunruhigend vagen Plänen nach Sansibar, aber mit einem Herzen, das offen für Abenteuer war, und dem Wunsch, etwas zurückzugeben. Was ich nicht erwartet hatte, war, gemeinsam mit Boutique Camping einen brandneuen, sicheren Ort für 36 wundervolle Kinder zu schaffen, für die die Montessori-Schule ihr Zuhause und ihr Klassenzimmer ist.

Leider sind alle 36 Kinder im Alter von 10 Monaten bis 14 Jahren aus den unterschiedlichsten Gründen Waisen und haben weder Familie noch ein festes Zuhause. Einige hatten noch nie wirklich die Chance, einfach nur Kinderzu sein. Mein Traum war es, ihnen einen Ort zu bieten, an dem sie unbeschwert lachen, laut spielen, ihrer Fantasie freien Lauf lassen – und sich dabei sicher fühlen können.


Ehrenamt, Kuscheleinheiten und eine großartige Idee

Während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit an der Schule waren meine Tage ausgefüllt mit Englischunterricht, Tanzen, Spielen, Kuscheleinheiten und dem Knüpfen von Beziehungen, die mir für immer am Herzen liegen werden. Irgendwo zwischen Unterrichtsvorbereitung und Spielzeit kam mir eine Idee: Was wäre, wenn wir etwas Bleibendes für sie schaffen könnten?

Ich wandte mich an Boutique Camping mit einer verrückten, aber hoffnungsvollen Idee: den Kindern ein „Luna Bell“-Zelt zu schenken, das ihnen als gemeinsames Spielzimmer, Ort zum Entspannen und kreativer Rückzugsort dienen könnte.

Sie haben zugestimmt.

Und einfach so wurde der Plan Wirklichkeit.


1.500 £ in drei Tagen

Meine Followerzahl in den sozialen Medien ist zwar nicht riesig, aber was ich habe … ist umso wertvoller. Ich habe meine Geschichte geteilt. Ich habe meinen Traum geteilt. Und meine Community hat mir gezeigt, was es wirklich bedeutet, wenn Qualität vor Quantität geht.

In nur drei Tagen haben wir 1.500 £ gesammelt. Ich habe mich sogar an zwei meiner VIP-Followerinnen gewandt, Davina McCall und Alison Hammond, in der Hoffnung, dass sie mein Video teilen würden – und das haben sie auch getan!

Es fühlte sich an wie ein Beweis dafür, dass Freundlichkeit immer noch weit über die Bildschirme hinaus wirkt.


Das Zelt einpacken (und eine Überraschung)

Das Ende meiner Reise brachte ein unerwartetes Abenteuer mit sich: einen Besuch am Flughafen, um das Luna Bell Tent (4 m – 285 g/m²) abzuholen.

Warum am Flughafen? Weil – kleine Anekdote – es auf Sansibar keinen Postdienst gibt … nicht gerade toll für mich, die ich mich mitten in einem chaotischen Zoll- und Packwirrwarr wiederfand.

Da stand ich also und schob diesen riesigen Sack voller Träume durch die Ankunftshalle.

Nächster Halt: Montessori-Schule.


Alle Mann an Deck

Als wir ankamen, wählte ich eine Handvoll Kinder aus, die mir beim Aufbau des Zeltes helfen sollten.

Zu sehen, wie sie die Plane anhoben, die Stangen in die Halterungen steckten und die hohen Luna-Wände in den Himmel ragten, war einer meiner schönsten Momente der gesamten Reise.

Ihre Gesichter. Ihr Stolz. Ihre Begeisterung.

Sie sahen nicht nur zu, wie ein Zelt aufgebaut wurde – sie bauten etwas, das ihnen gehörte.

Eine Burg aus Segeltuch.


Der große Einkaufsbummel auf Sansibar

Nachdem das Zelt aufgestellt war, machte ich mich wieder auf den Weg auf die (sehr überreizenden) Straßen, um das zu erleben, was man nur als den intensivsten Einkaufsbummel meines Lebens bezeichnen kann.

Erster Halt: Schulbedarf.

Wir haben uns mit Büchern und Schreibwaren eingedeckt – genug, damit die Kinder ein ganzes Jahr lang damit auskommen.

Als Nächstes: Spielzeug.

Puzzles. Puppen. Roller. Fahrräder. Bälle. Einfach alles.

Dann kamen die wichtigsten Punkte:

Babyflaschen. Waschpulver. Toilettenartikel. Und alles, was dazwischen liegt.

Und zum Schluss … Kissen.

Es sind 36 Kinder. Viele teilen sich ein Bett. Und mir wurde klar: Keines von ihnen hatte ein Kopfkissen.

Etwas, das wir als völlig selbstverständlich ansehen.

Mit ein wenig Verhandlungsgeschick und sorgfältiger Budgetplanung ist es mir gelungen, alle 36 zu kaufen.

Sechsunddreißig kleine Erfolge.


Etwas zurückgeben – gleich doppelt

Einer der schönsten Nebeneffekte des Tages war es, zu sehen, wie glücklich die Kleinunternehmer waren.

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass jemand in den Laden um die Ecke kommt und die Hälfte der Regale leerräumt.

Sie zu unterstützen und gleichzeitig den Kindern zu helfen, machte die ganze Erfahrung noch bereichernder.


Die große Enthüllung

Zurück in der Schule saßen die Kinder im Unterricht.

Es war an der Zeit, das Auto auszuladen und das Zelt einzurichten.

Bücher. Spielzeug. Kissen. Spiele. Roller. Alles (ganz vorübergehend) in einem Instagram-tauglichen Arrangement ausgestellt und präsentiert.

Ich öffnete die Türen des Luna mit dem Reißverschluss. Kurbelte die großen Fenster hoch. Und rief die Kinder herein.

Sie erstarrten. Dann schrien sie. Dann rannten sie los. Dann lachten sie.

Es blieb nicht lange aufgeräumt.


Ein gemeinschaftlich verwirklichter Traum

Die Kinder waren überwältigt. Wahrscheinlich überreizt. Auf jeden Fall überglücklich.

Und ganz ehrlich? Mir ging es genauso.

Was „Boutique Camping“, ich selbst und die lieben Menschen auf Instagram gemeinsam auf die Beine gestellt haben, kommt mir immer noch nicht ganz real vor.

Dieses Luna-Glockenzelt ist mehr als nur Segeltuch und Stangen.

Es ist ein Symbol.

Von Großzügigkeit. Von Gemeinschaft. Davon, was passiert, wenn Fremde beschließen, sich umeinander zu kümmern.

Und was alles möglich ist, wenn man den Mut hat, zu fragen: Was wäre, wenn?

 


Danke

An Boutique Camping – vielen Dank, dass ihr an diesen Traum geglaubt und mir etwas so Besonderes anvertraut habt.

An meine Community – vielen Dank, dass ihr bewiesen habt, dass Freundlichkeit mehr zählt als Algorithmen.

Und an die 36 Kinder der Montessori-Schule – Asanta Sana (danke auf Suaheli) dafür, dass ihr mein Leben verändert habt.

Ich bin allein nach Sansibar gekommen.

Ich bin mit einer Familie weggegangen.

Falls Sie sich von meiner Geschichte angesprochen fühlen und die Kinder in irgendeiner Weise unterstützen möchten, finden Sie unten die Kontaktdaten des Inhabers:

Montessoriorphans2006@gmail.com ODER/UND suzanamaziku@yahoo.com

Hier findet ihr sie auf Facebook. Hier findet ihr mich auf Instagram.


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